Einsatz
des Transparents
In den üblichen Physikbüchern gibt es zu dem Thema "Schweredruck in
Flüssigkeiten und Gasen" kaum technische Beispiele aus der heutigen
Zeit.
Mit dem auf dem Transparent erklärten Bremskraftverstärker, der ebenfalls
atmosphärischen Druck nutzt, kann ein modernes Beispiel heutiger Technik
im Unterricht behandelt werden, das die Schülerinnen und Schüler motiviert.
Der Vorgang der Bremsunterstützung für den Fahrer durch die Wirkung
des äußeren Luftdrucks wurde auf der Folie für das Verständnis der Schüler
vereinfacht.
Oben und Mitte:
Man erkennt auf den vereinfachten Darstellungen den so genannten Unterdruck-Bremskraftverstärker
sowie das Bremspedal und links den Hauptbremszylinder mit der Druckleitung
zu den Fahrzeugbremsen.
Die Rohrleitung an der linken Kammer des Bremskraftverstärkers ermöglicht
den Unterdruck gegenüber der Außenluft:
- Beim Ottomotor verbindet sie die Kammer mit dem Ansaugrohr
des Motors hinter dem Luftfilter. So entsteht bei laufendem Motor dort
ständig ein mehr oder weniger starker Unterdruck, da der arbeitende
Motor die Wirkung einer Luft absaugenden Kolbenpumpe hat.
- Beim Dieselmotor entstünde an derselben Stelle nicht genügend
Unterdruck, da dessen Leistung nicht mit einer Drosselklappe im Ansaugkanal,
sondern durch die Menge des von der Einspritzpumpe eingespritzten Kraftstoffes
gesteuert wird. Deswegen wird beim Dieselmotor die linke Kammer des
Bremskraftverstärkers über die erwähnte Leitung mit einer
separaten Unterdruckpumpe verbunden, die vom Motor angetrieben
wird.
Die drei dargestellten Dosenbarometer zeigen die jeweiligen Druckverhältnisse
im System an. Zusätzlich ist geringerer Druck an einer helleren Farbgebung
zu erkennen.
Das obere Bild oben rechts zeigt den Zustand "Fahrer bremst nicht".
Das Ventil auf der rechten Seite schließt die Öffnung zur
Außenluft ab und gibt die Öffnung zum Unterdruckbereich frei.
Infolgedessen herrscht auf beiden Seiten des Arbeitskolbens der gleiche
Druck, nämlich der Unterdruck, den das System erzeugt. Es wirkt
keine Kraft auf den Arbeitskolben und damit auch nicht auf den Kolben
im Hauptbremszylinder.
Das Bild unten links zeigt den Zustand einer Vollbremsung: Der
Fahrer tritt das Bremspedal voll durch und erzeugt zum einen über
die Druckstange Kraft auf den Kolben des Hauptbremszylinders. Zum anderen
schiebt er das oben erwähnte Ventil nach links. Dadurch wird die
Öffnung zwischen der rechten und linken Kammer des Bremskraftverstärkers
geschlossen und die Öffnung zwischen der rechten Kammer und der
Außenluft geöffnet. Die unter normalem Luftdruck stehende
Außenluft dringt nun in die rechte Kammer ein. Da die linke Kammer
nach wie vor unter Unterdruck verbleibt, wirkt eine zusätzliche
Kraft von rechts auf den Arbeitskolben bzw. die Druckstange, und verstärkt
bei entsprechend großer Fläche des Arbeitskolbens deutlich
die Kraft des Fahrers.
Bei einer normal starken Bremsung reagiert der echte Bremskraftverstärker
mit einer angemessenen Unterstützung. Die Vorgänge sind allerdings zu
kompliziert, um sie in dieser vereinfachten Version darstellen zu können.
Links:
Die technische Abbildung zeigt den Schülerinnen und Schülern wie ein
Unterdruck-Bremskraftverstärker tatsächlich aussieht.
Info: Zum Ansehen, Herunterladen und Ausdrucken der Unterlagen klicken Sie bitte oben auf die Buttons "Kopiervorlage", "Foliendownload" und "Textdownload".
Kopiervorlage 5 enthält eine quantitative Aufgabe zu der
Wirkung des oben beschriebenen Bremskraftverstärkers. Die verwendeten
Daten sind reale Fahrzeugdaten. Für die Schüler verblüffend
ist, welche zusätzliche Bremswirkung der nicht stark vom normalen
Luftdruck abweichende Unterdruck hervorrufen kann.
Im oberen Teil der Kopiervorlage 5 werden den Schülerinnen
und Schülern weitere Informationen zum Thema "Verwendung des atmosphärischen
Unterdrucks im Kraftfahrzeug" gegeben. Für weitere Informationen
sei auf die Literaturliste verwiesen. Wenn es sich zeitlich ergibt,
kann dieses Thema Inhalt eines Referats für einen interessierten
Schüler werden. Im unteren Teil der Kopiervorlage folgt eine quantitative
Aufgabe, die den Schülern deutlich macht, wie sehr die Wirkung
des Unterdrucks den Bremsvorgang unterstützt.
Lernziele:
- Die Schüler sollen ihre Kenntnisse über den atmosphärischen
Druck vertiefen und seine prinzipielle Nutzanwendung beim Kraftfahrzeug
(ohne zuviel Details!) beschreiben können.
- Die Schüler sollen Sachaufgaben zu diesem Thema korrekt bearbeiten
und richtig lösen können.
Definition Überdruck/Unterdruck:
Überdruck pe = pabs
- pamb
Der Überdruck ist positiv, wenn pabs > pamb
und negativ, wenn pabs < pamb
ist (Unterdruck).
Beispiel: Autoreifen, pe = 2,2 bar; pamb
= 1 bar; pabs = ?
pabs = pe + pamb
= 2,2 bar + 1 bar = 3,2 bar