Einsatz
des Transparents
Das Transparent zeigt am Beispiel des hydraulischen Fahrzeug-Bremssystems
die Nutzung des "Pascalschen Prinzips". Damit bezeichnet man die physikalische Erkenntnis,
dass sich in geschlossenen Systemen, die ausschließlich Flüssigkeit enthalten,
der Druck gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitet.
Der Einsatz des Transparents 4 und das verwendete Anwendungsbeispiel
des Auto-Bremssystems empfiehlt sich als Vertiefung und Ergänzung
des "Pascalschen Prinzips", das gemäß Richtlinien in der 9.
Klasse der Sekundarstufe I behandelt wird.
Inhalt
des Transparents
Auf der Folie werden die Zusammenhänge deutlicher dargestellt als
üblicherweise in den Physikbüchern. Zusätzlich wird hier
auch quantitativ auf die unterschiedliche Kraftverteilung zwischen
Vorder- und Hinterachse ausführlich eingegangen (die Kraft
ist im Gegensatz zum Druck nicht gleich!). Die quantitative Betrachtung
der beim Bremsen wirkenden Kräfte wird in der zugehörigen
Kopiervorlage vertieft.
Oben:
Die Darstellung zeigt ein hydraulisches Bremssystem in vereinfachter
Prinzipdarstellung. Über die üblichen Details hinaus, sind hier zusätzlich
die Querschnittsflächen von Geberzylinder (=Hauptbremszylinder) und
den Radbremszylindern an Vorder- bzw. Hinterachse angegeben. Da diese
Querschnittsflächen an Vorder- und Hinterachse verschieden sind, wird
auch die unterschiedliche Aufteilung der Bremskraft auf Vorder- und
Hinterräder plausibel. In der Zeichnung wurden vereinfachte Zahlenangaben
verwendet, so dass die zugehörigen Rechenschritte noch leicht nachvollziehbar
sind.
Hinweis
für Lehrer: Sollte zum Zeitpunkt des Einsatzes dieser Folie
das Hebelgesetz noch nicht bekannt sein, müssten zur Begründung
der Kraftverstärkung durch den Hebel des Bremspedals bei den vorgegebenen
einfachen Hebelarmlängen Erfahrungen der Schüler aus dem Mathematikunterricht
über "Verhältnisse" eingesetzt werden.
Mitte:
Die Darstellung des Kolbenwegevergleichs zeigt, welche Wege die einzelnen
beteiligten Arten von Kolben (Geberkolben, Kolben der vorderen Scheibenbremsen
und Kolben der hinteren Trommelbremse) beim Bremsvorgang zurücklegen.
Hinweis: Zur Veranschaulichung des Prinzips sind die Kolbenwege
größer als in Wirklichkeit dargestellt.
Unten rechts: Die Abbildung zeigt,
was passiert, wenn Luft oder Gas in das Bremssystem gelangt. Dann ist
die Bedingung nicht mehr erfüllt, dass das System ausschließlich mit
Flüssigkeit gefüllt ist: Statt der erwünschten Kraftübertragung vom
Fahrer auf die Radbremszylinder verkleinert sich durch den Druckaufbau
nur das Volumen der eingeschlossenen Gasblase. Ein normaler Bremsvorgang
ist nicht möglich.
Unten links:
Das Foto einer glühenden Bremsscheibe soll den Schülerinnen und
Schüler eine Möglichkeit für das Entstehens von Dampfblasen im System
(also einer unerwünschten teilweisen Füllung mit Gas) vorstellen. Schülern
ohne jegliche Erfahrung mit Autofahrten im Gebirge ist zu vermitteln,
dass der rotglühende Zustand der Bremsscheibe nicht nur unter Laborbedingungen
auf dem Prüfstand erreicht werden kann. Der im Unterricht zu diesem
Thema als Freihandversuch ausführbare Versuch mit einem Kolbenprober
wird unbedingt empfohlen: Der Kolbenprober wird erst komplett mit Wasser,
dann nur zu einem Teil mit Wasser gefüllt (Rest Luft). In beiden Fällen
versucht man (oder lässt versuchen), den Kolbenprober zusammenzudrücken
und zeigt so die unterschiedliche Wirkung.
Info: Zum Ansehen, Herunterladen und Ausdrucken der Unterlagen klicken Sie bitte oben auf die Buttons "Kopiervorlage", "Foliendownload" und "Textdownload".
Lernziele:
Die Schüler sollen
- ihre Kenntnisse des Pascalschen Gesetzes vertiefen und es in Sachaufgaben
anwenden können.
- zu den Fragestellungen angemessene und sachbezogene Überlegungen
anstellen und ihre Vermutungen in fachlich korrekter Sprache äußern
können.
Der Informationstext von Kopiervorlage 4 und die Aufgabe oben
auf der Kopiervorlage sollen den Schülerinnen und Schülern zeigen, dass
die Darstellung auf dem Transparent zwar besonders übersichtlich ist,
dass aber in der Praxis im Auto ein etwas komplizierteres Bremssystem
(zu Gunsten größerer Sicherheit) eingebaut wird.
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